Der letzte Ort, an dem die Smartphone bisher vergeblich nach Funkkontakt suchten, gehört endgültig der Vergangenheit an. Airberlin macht als erste Fluggesellschaft überhaupt den Betrieb von Mobiltelefonen via 3G im Flugzeug möglich. Das erste Flugzeug, das mit dem neuen Service ausgestattet wurde, ist ein Airbus A330-200 mit der amtlichen Kennung D-ABXC. Eine Einschränkung gibt es allerdings: Die Gäste an Bord können nur Kurznachrichten versenden oder im Internet surfen. Telefonieren ist weiterhin nicht gestattet.
Sebastian Blumenthal von airberlin ist zuständig für die Technik an Bord der Flugzeuge. (Foto: Jörg Pasemann)
Airberlin beendet damit eine lange Zeit der kontaktlosen Businessflieger, die bisher ihre Smartphones auf jedem Flug in den Flugmodus jagen mussten. Der Service ist laut Sebastian Blumenthal, der bei airberlin als Manager „Cabin Interior & New Technologies“ sowohl für das Innenleben der Kabine als auch für die dort eingebaute Technik zuständig ist, ganz einfach zu verwenden: „Die Fluggäste schalten lediglich ihr Smartphone ein, deaktivieren den Flugmodus und verbinden sich mit dem Mobilfunknetz an Bord. Die Gebühren werden von dem jeweiligen Telefonanbieter des Gastes festgelegt und über die Monatsrechnung abgerechnet.“ Billig sei das nicht, aber dies sei den Nutzern auch nicht wichtig. „Viele wollen einfach eMails beantworten oder dienstlich online sein.“ Vorstellen könne man sich die Technologie ähnlich wie auf Kreuzfahrtschiffen, die ebenfalls ein eigenes Mobilfunknetz auf hoher See aufbauen. Interessant sei bei der Einführung der Handynutzung in Flugzeugen, dass man den Fluggästen explizit erlauben muss, das Smartphone nicht auf Flugmodus zu stellen.
Angebot ist Bestandteil von „airberlin connect“
Das neue Angebot ist Bestandteil von „airberlin connect“. „Wir weiten das Angebot aus und bieten jetzt nicht nur auf der Langstrecke unser Entertainment- und Internetprogramm an“, so Blumenthal. „Auch auf Kurz- und Mittelstreckenflügen steht den Fluggästen das Internetangebot zur Verfügung.“ Mit der Nutzung der eigenen Smartphones oder Tablets können Gäste so aus mehr als 180 Stunden TV-Serien oder Filmen auswählen. „Wir starten mit dem Internetangebot preislich bei 4,90 Euro“, sagt Sebastian Blumenthal. „Darin enthalten sind 30 Minuten Internet mit maximal 20 MB Datenvolumen sowie die Nutzung des Entertainment-Angebots bis zum Ende des Fluges.“ Notwendig ist die Installation einer App, die für Apple-Geräte vor dem Start installiert werden muss. „Android-Smartphones können dies auch nachträglich im Flieger machen“, so Blumenthal. Auf der Langstrecke steht den Gästen weiterhin das In-Seat Entertainment zur Verfügung.

