Auf dem Flughafen in Dublin plauderten neulich ein paar deutsche Urlauber, die neben mir saßen, über Griechenland. Eher Stammtischniveau.  Da herrsche ja bestimmt Chaos und Unsicherheit und man könne dort im Moment nicht hin, um Urlaub zu machen. „Also ich mache es auch nicht!“, meinte einer der Urlauber zum Schluss fast stolz. Doch wie sagte der Weltreisende Alexander von Humboldt: „Die gefährlichste aller Weltanschauungen, ist die Weltanschauung der Leute, welche die Welt nicht anschauen.“ Also nichts wie auf nach Griechenland…

Am Flughafen in Heraklion auf Kreta holt mich Charis ab. Zusammen mit seinem Partner betreibt er seit vielen Jahren einen Fahrservice und eine Autovermietung. Eineinhalb Stunden Fahrt liegen vor uns. Gen Osten bis zu dem kleinen Fischerdörfchen Mochlos. Dort liegt eine der elf Aldiana-Club-Anlagen. Aldiana einer der Erfinder des Clubtourismus. Schon 1973 eröffnete das Unternehmen im Senegal ein Domizil. Daher kommt auch der Name Aldiana, der „Ort, an dem die glücklichen Leben“ auf senegalesisch bedeutet.

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An der Küste im Osten von Kreta liegt der Club Aldiana. (Fotos: Honza Klein)

Den Club dort gibt es nicht mehr. Dafür ist Aldiana heute in Spanien, Tunesien, Zypern, Türkei, Österreich, Ägypten und eben in Griechenland vertreten. Club-Urlaub ist immer noch ein Markt. Wenn auch mancher da so seine Vorurteile pflegt. Clubchef René Schönemann, der bereits viele Jahre Erfahrung in unterschiedlichen Ländern und Clubs hat, kennt alle: „Unsere Qualität ist besser als bei so mancher All-Inklusive-Anlage“, meint er als erstes. Das betreffe vor allem auch die Qualität des Essens. Gerade da hat Schönemann in seinem Club übrigens ein Ass im Ärmel: Christian Adam ist Küchenchef. Während der Clubschließung im Winter, findet man Adam gemeinsam mit Harald Wohlfahrt, einem der besten Köche Deutschlands (Drei Michelin-Sterne), beim Gourmetspektakel Palazzo in Mannheim.

„Wir setzen auf Produkte aus der Region!“

Schönemann ist gemeinsam mit Wohlfahrt auch dabei, wenn im Club-Aldiana Zypern der Gourmetgipfel veranstaltet wird. Das Essen ist also ein ganz wichtiger Punkt bei Aldiana. „Wir setzen auf Produkte aus der Region“, sagt Schönemann. Sowohl bei Fisch und Fleisch aber auch bei Gemüse und Wein. Der hat zwar – außer im Schlager von Udo Jürgens (Griechischer Wein) – nicht den besten Ruf in Deutschland, doch hier im Osten von Kreta wächst er gleich nebenan und ist nicht das schlechteste Bacchus-Getränk. Nur eben ist die produzierte Menge zu gering, um ihn auch zu exportieren.

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Koch Christian Adam (links) und Clubchef René Schönemann legen Wert auf regionale Produkte.

Also ist auch das ein Grund für einen Besuch in Griechenland, wo es auf den meisten Inseln und auf dem Festland Weinbau gibt. So werden auch Touren zu den Weinbauern angeboten. Je nach Club gibt es indes weitere Spezialisierungen. Etwa Golf, Tennis, Musik oder auch Bike. „Das ist sicherlich ein Grund für unsere Gäste, zu uns zu kommen“, sagt Schönemann. Ein weiterer wichtiger sei jedoch auch, dass man in der Atmosphäre schnell Menschen kennen lerne. Das bedeute aber nicht, dass man nicht auch mal seine Ruhe haben könne. Übersetzt heißt das wohl. Man kann, aber man muss nicht. Wichtig sind Schönemann auch seine Mitarbeiter: „Wir arbeiten hier eigentlich nicht. Wir leben den Club.“ Dies spüre der Gast, ist der Club-Chef überzeugt.

Die Regierung denkt nur an sich

Doch noch einmal zurück zu Charis. Natürlich rede ich mit ihm über die Probleme seines Landes. „Probleme? Uns geht es gut…“, meint er. „Die Regierung hat Probleme“, fügt er lachend hinzu. „Wer meint, dass das eine linke Regierung sei, irrt“, sagt Charis. „Die denken doch alle nur an sich selbst.“ Man könne bei der Regierung keine Linie erkennen. „Was heute weiß ist, ist morgen blau.“

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Pool oder Meer oder beides? Schwimmen oder Wassersport? Möglich ist alles.

Indes räumt er dann ein, dass natürlich auf den Inseln mit ihrem Tourismus besser ausschaut, als etwa in Städten wie Athen oder Thessaloniki. Zudem haben viele auf den Inseln ein wenig eigene Landwirtschaft (Oliven, Schafe, Ziegen). Das sorge für bessere Bedingungen. Schwer sei es für die Jungen. Nach dem Studium etwa. So ist nun auch sein Sohn, der gerade sein Informatikstudium abgeschlossen hat, bei ihm eingestiegen. Einen Job für seine Ausbildung gibt es nicht. Zu den Befindlichkeiten, die durch so manche deutsche Zeitung geschürt werden, meint Charis: „Alles Quatsch. Wir brauchen die Touristen und sind froh wenn sie kommen.“ Dies übrigens jetzt umso mehr. Denn die ursprünglich hohe Anzahl an russischen Touristen ist im Zuge der Ukraine-Krise deutlich gesunken. Dafür hat Griechenland in den vergangen Jahren von den Krisen in Ägypten und Tunesien profitiert, wie auch der Reiseveranstalter alltours bestätigt.

Vor allem für Familien attraktiv

Ein weiteres gern genommenes Klischee zum Thema Cluburlaub ist, neben der permanenten Bespaßung, auch das Alter. „Na klar haben wir viele ältere Stammgäste“, erzählt der Chef. Doch kämen auch vermehrt junge Leute. Nicht zuletzt eben wegen der vielen Angebote: Sei es Beach-Volleyball, Tauchen, Wassersport, Jeep-Touren, Wandern und selbst die lange Partynacht kommt nicht zu kurz. Zudem gibt es für 18- bis 25-jährige einen 18prozentigen Preisnachlass bei aldiana.

Für Familien sei es ohnehin attraktiv. „Die Kinderbetreuung ist mehr als nur Betreuung. Wir wollen ja auch in der Zukunft noch Gäste haben“, sagt Schönemann nicht ohne Hintergedanken. Mindestens ein Mal pro Jahr war ich in den vergangen fünf Jahren irgendwo in Griechenland unterwegs. Ziemlich so lange dauert ja nun auch schon die Krise an. Jeder Besuch war mit diesem Thema verbunden. Doch am Ende stand immer die Erkenntnis: „Urlaub in Griechenland – Na klar!“ Und warum nicht auch mal in einer Clubanlage. Wie gesagt: Man kann alles mitmachen, muss aber nicht.

Das

Hinweis: Der Autor wurde von Aldiana zu dieser Reise eingeladen!