Es ist kein Klischee: auf Bermuda gehen tatsächlich viele Geschäftsleute mit Sacko und Bermudashorts ins Büro. Das ist die erste Erkenntnis bei meinem Kurzbesuch auf der Atlantikinsel, die Namensgeber für die berühmten Shorts und dem sagenumwobenen Bermudadreieck ist. Zweite Erkenntnis des Tages: Pünktlichkeit ist nicht nur eine deutsche Tugend.
Bermuda ist eine kleine Inselgruppe im Atlantik, die 1509 entdeckt worden ist. Die ersten Menschen haben aber erst über 100 Jahre später die aus Korallen bestehende Insel betreten. Und das auch eher unfreiwillig: Das Segelschiff „Sea Venture“ fuhr am 28. Juli 1609 auf ein Riff der Bermudas auf und sank. Die 150 Mann starke Besatzung unter dem Kommando von Sir George Somers musste an Land und verbrachte zehn Monate auf der Insel, bevor sie mit den Resten des gesunkenen Schiffs und neuem Holz von der Insel wieder weitersegeln konnte. Drei Jahre später wurde die Stadt Saint George’s als erste Kolonie auf der Insel gegründet und gehört seit 2000 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Ein älteres Haus in Saint George.
Und darauf sind besonders die Einwohner von Saint George besonders stolz. Der ehemalige Bürgermeister der Stadt, E. Michael Jones, zeigt mir während einer Stadtführung, welche Gebäude besonders sehenswert sind. Dazu gehören vor allem das Rathaus am King’s Square, in dem sich auch heute noch der Amtssitz des Bürgermeisters befindet. Weiter geht’s zum „Old State House“ (1620). Es war das erste Steinhaus auf Bermuda und ist gleichzeitig auch das älteste Haus der Insel. Von weitem sichtbar ist auch die „Unfinished Church“, die auf einem Hügel oberhalb der Stadt liegt.
Das weiße Old Town House in St. George ist das älteste Haus der Insel (1612). Im Vordergrund E. Michael Jones, der ehemalige Bürgermeister, der uns seine Stadt erklärt.
Preis pro Haus liegt im Schnitt bei 1 Million Dollar
Wer jetzt auf die Idee kommt sich auf der Insel niederzulassen, der muss vor allem eins haben: Geld. Der durchschnittliche Verkaufspreis eines Hauses auf Bermuda, erzählt mir E. Michael Jones, lag in den letzten Jahren bei über eine Million Dollar. Und wir sprechen hier nicht von den großen Häusern, die sich Promis wie Michael Douglas und Catherine Zeta-Jones auf der Insel gekauft haben. Sehr interessant ist auch, dass große Teile des Trinkwassers über die Dächer der Häuser aufgefangen werden und bei Regen in spezielle Tanks laufen. Dazu sind alle Hausdächer mit einer speziellen Technik abgedichtet und mit einer weißen Farbe, die Bakterien abtötet, bestrichen.
Neubauten gibt es praktisch nicht, weil das Land, das auf der Insel bebaut werden kann, sehr begrenzt ist. Und weil das Klima über das gesamte Jahr verteilt sehr warm ist, kommen vor allem Urlauber aus den USA auf die Insel. Die Nähe zu New York und die damit verbundene kurze Flugzeit (2 Stunden) machen Bermuda für die Amerikaner als Urlaubsregion sehr beliebt und vor allem sehr teuer.
Die Hauptstadt Bermudas ist Hamilton. Eine kleine Stadt mit knapp 1.100 Einwohnern, die überwiegend aus Büro- und Geschäftsgebäuden besteht. Über 13.500 Menschen pendeln täglich nach Hamilton, um dort zu arbeiten. Auf der 53 qkm großen Insel leben heute knapp 60.000 Menschen.
So geht die Sonne auf den Bermudas unter.
Parfum aus einem kleinen Haus in St. George
Schön und sehenswert ist der Horseshoe Bay Beach, der berühmteste Strand der Insel, der an der Südküste der Insel (Southampton Parish) liegt. Er verdankt seinen Namen der Form der Klippen, die wie ein „Horseshoe“ geformt sind. Ein weiterer Strand ist der South Shore Park, ebenfalls im Süden der Insel. Wer noch ein Mitbringsel sucht, sollte den „Bermuda Rum Cake“ einpacken, ein typischer Kuchen der Einwohner – mit mehr oder weniger viel Rum. Oder ein Parfum von der Parfümerie Lili Bermuda aus St. George. Die Düfte werden direkt auf der Insel in einer kleinen Werkstatt hergestellt und sind auch nur dort oder online erhältlich.
In diesen Flaschen lagern die Grundstoffe der Parfümerie Lili Bermuda, die später zu edlen Düfte werden – ein originelles Mitbringsel von der Insel.
Nach nur einem Tag Bermuda geht es für mich nun auf die „Europa 2“, die bereits in den frühen Morgenstunden am Royal Naval Dockyard im Westen der Insel angelegt hat. In zwei Tagen und nach dann 704 Seemeilen laufen wir gegen Mittag in New York ein.
Weitere Bilder zur Reise nach Bermuda finden Sie hier…
Die Europa 2 hat bereits in den frühen Morgenstunden am Royal Naval Dockyard im Westen der Insel angelegt.
Wer meine Reise begleiten möchte, kann das auf Facebook, Twitter oder Instagram mit dem Hashtag #B53Europa2 gerne tun.
Hinweis: Ich wurde von Hapag-Lloyd-Kreuzfahrten auf diese Reise eingeladen. Herzlichen Dank!


