Interview mit einer Reisebloggerin - Tanja von Wellness-Bummler_1

Tanja reist mit ihrer grünen Tasche durch die Lande und schreibt darüber auf ihrem Blog „Wellness-Bummler“. Was es mit der Tasche auf sich hat und wie Tanja zum Reiseblog gekommen ist, erzählt sie mir im Interview.

Tanja, erkläre mir doch bitte in drei Sätzen Deinen Blog.

Der Wellness-Bummler (eine vorwitzige grüne Tasche) reist, mit unterschiedlichen Reise-Paten, um die ganze Welt. Immer der Frage auf der Spur „Was ist Wellness eigentlich?“. Wellness ist eben nicht nur Massage, Sauna und Beauty sondern kann auch ein Fallschirmsprung sein, eine Fahrradtour an der Nordsee oder ein Kulturtrip durch Antwerpen.

Wie bist Du auf die Idee gekommen, einen Reiseblog zu gründen?

Schon beruflich sind wir viel unterwegs – ich berate z.B. normalerweise mit www.spaness.de Wellnesshotels und Wellnessanbieter und schreibe auch für andere Medien, daraus ist die Grundidee entstanden – besondere Hotels und Regionen in Deutschland vorzustellen. Einfach weil es hier so tolle Geheimtipps gibt. Außerdem liegt es uns am Herzen „eine Wellness-Lanze“ zu brechen, denn der Begriff „Wellness“ wird oft missbraucht oder auch missverstanden. Wir möchten gern wissen, was jeder einzelne mit dem Begriff „Wellness“ verbindet. Daher haben wir überlegt, wie wir viele Menschen, Blogger und Wellnessfans am Projekt teilnehmen lassen können. Daraus ist die Idee mit den Bummler-Paten entstanden. Nun kann sich jeder als Pate bewerben und den Bummler mit auf die Reise nehmen um danach in Bild und Text über die gemeinsamen Erlebnisse zu berichten. Wir selber nehmen den Bummler natürlich auch regelmäßig mit auf Reisen.

Wie viel Zeit investiert Du in der Woche in Deinen Blog?

Unterschiedlich – wir pflegen den Blog zu zweit. Jeder von uns kümmert sich mindestens 7 Stunden pro Woche um den Blog inkl. Social Media Kanäle, Anfragen-Verwaltung, Berichte einstellen, selber schreiben etc.

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Was gefällt Dir am “bloggen”, und was gefällt Dir nicht?

Mir/Uns gefällt es, dass auf Blogartikel ehrliche und schnelle Rückmeldungen eintrudeln. Da es sich um einen Reiseblog handelt, lernen wir auch immer wieder andere Reiseblogger kennen und können uns so auch ausserhalb des Blogs austauschen.

Bloggen ist sehr zeitaufwendig – jedenfalls wenn es vernünftig erledigt werden soll. Das ist natürlich oft schon ein Nachteil, da nicht alles, worüber man bloggen möchte zeitlich auch wirklich einzuhalten ist. So bleibt auch oft der ein oder andere Bericht wirklich auf der Strecke. Es ist nun einmal in der Tat ein sehr schönes aber auch zeitintensives und aufwendige Hobby.

Was macht Deiner Meinung nach einen guten Reiseblog aus?

Anschauliche, ehrliche Berichte – wunderschöne, interessante Bilder die zum Träumen einladen. Tipps und Empfehlungen von echten Reisenden, die auch von anderen dann gern genutzt werden. In Reiseblogs erfährt der Leser einfach mehr als aus den üblichen Reisführern. Der Leser hat zusätzlich auch das Gefühl und eben wirklich die Möglichkeit Fragen zu stellen.

Was macht Deiner Meinung nach einen guten Reiseblogger aus?

Oh das ist eine schwere Frage, da jeder unterschiedliche Schwerpunkte hat und auch einen ganz eigenen Schreibstil. Das aber wiederum macht eben auch einen interessanten Blog aus. Erlebnisse und Empfehlungen in seinen eigenen Worten zu erfassen. Eigene Blickwinkel (z.B. durch Fotos oder Filme) zu präsentieren. Ein Reiseblogger sollte eben mit Leidenschaft und Spaß bei der Sache sein.

Interview mit einer Reisebloggerin - Tanja von Wellness-BummlerWelches Land hat Dir auf Deinen Reisen bisher am besten gefallen?

Ich persönlich bin leider noch nie wirklich über Europa raus gekommen. Dafür hab ich innerhalb Europas schon wirklich viel erlebt und gesehen. Meine für mich persönlich eindrucksvollste und interessanteste Reise war eine dreiwöchige Tour quer durch das Baltikum, vor rund 10 Jahren. Wir sind wirklich von Tag zu Tag und von Erlebnis zu Erlebnis gezogen. Es gab nur eine grobe Route, jeden Tag haben wir uns eine neue Übernachtungsmöglichkeit gesucht (zum Teil gar nicht so einfach kurz vor Russland). Wir waren mit insgesamt 4 Personen unterwegs und hatten 6 Sprachen an Bord… und teilweise hat uns davon keine mehr weitergeholfen.

Wir haben sehr viele interessante Menschen kennengelernt, viel über die Geschichte und die Menschen gelernt und zum Teil auch in privaten Unterkünften übernachtet.

Vom Land her hat mir aber persönlich meine Reise durch einen Teil des ehemaligen Jugoslawien (dabei waren: Slovenien, Kroatien, Bosnien, Monte Negro, Serbien) sehr gefallen und hier am besten Kroatien. Tolle Landschaft, tolle und interessante Menschen, entspannte Stimmung, interessante Geschichte. Auch hier haben wir überwiegend versucht privat zu übernachten. Nach Kroatien kehre ich auch immer wieder sehr gern zurück – mittlerweile nun doch schon 4 Mal in den letzten 12 Jahren.

Welches Land hat Dir überhaupt nicht gefallen?

Ich mag es nicht, wenn es touristisch wird. Trotzdem muß ich sagen, dass es eigentlich so gar kein Land gibt, welches mir vielleicht gar nicht gefallen hätte. Jedes Land, jede Kultur – alles hat immer seinen ganz eigenen Charme. Es gibt meistens überall etwas was mir gefällt oder eben auch mal nicht.

Welche Länder stehen auf Deiner Wunschliste ganz oben?

Da gibt es mehrere Wünsche! Mit dem Wohnmobil quer durch Australien. Backpacking durch Thailand und Mittelamerika. Segel-Inselhopping an der kroatischen Küste. Einige Wochen Wandern/Pilgern auf dem Jakobsweg. …und noch vieles, vieles mehr!

Individualreisen oder Pressereisen, was machst Du lieber?

Ach beides ist mal interessant. Am liebsten gehe ich aber wirklich individuell reisen. Ich weiß wo es hin geht und so ein paar Dinge nehme ich mir im Vorwege vor, die ich z.B. sehen möchte. Dann einfach mal drauf los. Sich treiben lassen, sich überraschen lassen. Doch eine Pressereise kann auch mal sehr interessant sein, hier werden ja viele Dinge im Vorwege konkret geplant und auch hier wird meistens ja Wert drauf gelegt, dass die Teilnehmer viel erleben, sehen und entdecken und das in kurzer Zeit.

Drei Blogs, die du regelmäßig liest?

Drei sind eigentlich viel zu wenig… lese mehrere Blogs regelmässig, gerade auch die Blogs von Reiseblogger-Kollegen wie z.B. den Blog von Kristine Honig (www.kristinehonig.de) oder auch von Anja Beckmann (www.travelontoast) und dann natürlich auch eben nicht nur zum Thema Reisen. Zu meinen Favoriten gehört, aufgrund meiner Wellnessleidenschaft z.B. auch das www.wellspa-portal.de.

Was Du sonst noch loswerden willst…

Ich finde es insgesamt sehr spannend, wie sich die Szene der Blogger verändert und entwickelt. Wie professionell hier zum Teil an die Sache gegangen wird. Trotzdem bleibt die Leidenschaft und der Spaß an der Sache nicht auf der Strecke – das ist wirklich meines Erachtens das Wichtigste und was besonders die „Reiseblogger“ ausmacht. Daher versuche ich natürlich auch, gerade mit Blick auf mein berufliches Klientel in der Hotellerie, Aufklärungsarbeit für Reiseblogger zu leisten.  Denn oft wird die „Reiseblogger-Szene“ noch skeptisch betrachtet. Gerade privat geführte Häuser (die aber echte Geheimtipps sind) tun sich hier noch oft schwer und reagieren skeptisch.