Ausruhen kann sich Thomas Endl von Kusafiri.at im Moment nicht. In drei Wochen geht’s für ihn und seine Freundin auf Weltreise.
Bei den Planungen einer Weltreise habe ich Thomas Endl vom Reiseblog Kusafiri.at von der Beantragung diverser Visa, Kündigungen von Abos und Bankgeschäften abgehalten und ihn zu einem Gespräch überredet. Mit welchen Gefühlen Thomas an die Reise geht, welche Hürden vorher genommen werden müssen und wie die Leser seines Blogs von der langen Tour davon profitieren können, erfahrt ihr in dem Interview.
Thomas, Du stehst kurz vor einer Weltreise. Wie ist das Gefühl, die Heimat für einige Monate zu verlassen?
Spannend und beängstigend zugleich. Jetzt, drei Wochen von der Weltreise, wird mir bewusst, dass ich viele Menschen für lange Zeit nicht sehen werde. Andererseits mache ich so eine Reise jetzt und nie wieder. Ich freue mich schon riesig und denke in Etappen. Ich mache also keine Weltreise sondern zu erst einen Trip nach Warschau, Tallinn, usw.
Was hat Dich dazu gebracht, eine Weltreise zu planen?
Meine Freundin und ich reisen seit fast sieben Jahren gemeinsam. Eine Leidenschaft, dir wir teilen. Eines Tages fragte ich wie sie eine Weltreise finden würde und bekam prompt „Ja, machen wir!“ als Antwort. Wir haben keine Kinder, eine billige Wohnung und keine sonstigen Verpflichtungen. Wann, wenn nicht jetzt? Die Entscheidung liegt mehr als zwei Jahre zurück. Seit dem sparen wir.
Wo lang führt Dich Deine Route?
Geplant ist die Fahrt über Warschau, durch das Baltikum, nach St. Petersburg. Dann nach Moskau und weiter über die Mongolei nach China. Der erste Abschnitt ist also die Fahrt von Wien nach Peking. Danach sollte es nach Südkorea und Japan gehen. Südost Asien (Kambodscha, Laos, Thailand) werden folgen und hier wird wohl zum ersten Mal ein Flug gebucht. Es geht weiter nach Ozeanien (Australien, NZ, Pazifikinsel) und Südamerika (südlich). Eventuell nach Mittelamerika und dann in die Staaten. Ich will unbedingt wieder San Francisco sehen.
Kann man eine Weltreise komplett planen oder lässt Du Dich auch von Zufällen treiben? Wie eng ist Deine Tour gesteckt?
Man kann eine Weltreise komplett planen. Städte angeben, RTW Ticket kaufen et voilá die Weltreise ist geplant. Ich hasse es aber über Länder zu fliegen und entschloss mich früh gegen ein RTW Ticket. Jetzt gibt es also die ungefähre Route und wir werden sehen was dazwischen passiert. Der erste Teilabschnitt der Reise dürfte eng geplant sein. Anfang September geht es los und Mitte Dezember wollen wir in Australien sein. Das klingt nach wenig Zeit. Dafür bleibt mehr Freiraum für den Rest. Prinzipiell sind wir ein Jahr von unserer Arbeitsstelle freigestellt.
Womit hast Du die letzten Wochen verbracht? Route planen, Unterlagen beantragen?
Die meiste Zeit frisst die österreichische Bürokratie. Visa Beantragungen, Abos kündigen, Einzugsermächtigungen auflösen, EC und Visa Karten erneuern, etc…
So eine Weltreise ist sicher teuer, hast Du auch geplant, unterwegs irgendwo zu arbeiten?
Die Überlegung stand eine kurze Zeit im Raum. Dann ist uns eingefallen, dass wir ein geiles Abenteuer vor uns haben und wir blöd wären diese Zeit mit Arbeit zu verbringen. Also nein, wir werden nicht arbeiten, außer jemand braucht dringend Hilfe. Wir haben Geld angespart, ob und wie lange es reichen wird, werden wir sehen. Jedenfalls gibt es Möglichkeiten auf Reisen Geld zu sparen und Leute kennen zu lernen (zb. Couchsurfing). Gut für das Budget.
Was glaubst Du, wird der spannendste Teile der Weltreise und wo hast Du den längsten Aufenthalt geplant?
Das Spannendste? Ich glaube die Reise als solches und die Dinge, die unverhofft dazwischen passieren werden. Ich glaube die unendliche Freiheit wird ein Wahnsinn.
Wir treffen uns mit zwei Aussies in Canberra, die wir in Reykjavik kennen gelernt haben. Das wird so Mitte Dez. geschehen. Ende Dez. kommt ein Arbeitskollege meinerseits für einen Monat nach Australien. Alleine Down Under werden wir also mindestens 1 ½ Monate verbringen. Ansonsten: No idea!
Ist Dein Blog Kusafiri auch ein Ergebnis aus den Planungen oder hattest Du ohnehin vor, einen Reiseblog zu machen?
Ich habe schon vor etlichen Jahren einen Blog mit einem Freund betrieben. Der war aber nicht sonderlich erfolgreich. Zwei Jahre danach schrieb ich drei Monate für checkfelix.com bevor ich gestrichen wurde. Mir hat es dann gereicht von anderen Menschen abhängig zu sein und entschloss mich endlich mehr über SEO, Html, etc. zu lernen um einen eigenen Blog betreiben zu können. Das Ergebnis ist kusafiri.at.
Was macht für Dich einen guten Reiseblog aus?
Ich befinde mich selber gerade in einem Prozess, in dem ich mir genau die Frage stelle. Ich denke, User wollen außergewöhnliche Geschichten lesen und beeindruckende Bilder sehen. Andererseits ist Google ein Freund und den zu befragen schadet auch nicht. Manchmal wundere ich mich allerdings wie viele „likes“ und „tweets“ ein stinknormaler Post bekommt, der nichts hergibt. Ich bin also noch nicht ganz auf den Trichter gekommen. Ich schreibe meistens wonach mir ist und kümmere mich nicht darum, ob der Artikel gut ankommt oder nicht. Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.
Was können Deine Leser auf Kusafiri.at von Dir auf dem Blog erwarten?
Ein schönes Design, authentische Artikel, die nicht recherchiert sind und eigene Bilder. Von den 150 Bildern auf der Seite ist jedes von mir. Ich bin gerade im Gespräch mit einem Anbieter, mit dem es ein gemeinsames Gewinnspiel und tolle Preise geben wird. Während der Weltreise werden die neuen Themen der Seite (Essen, Stories, Sport) forciert werden. Wer wissen will wie eine Tarantel schmeckt oder ob ein Fußballspiel in Australien sehenswert ist, sollte dran bleiben.
Ich danke Dir für das Interview und drücke Euch für die Weltreise beide Daumen. Habt Spaß und tolle Erlebnisse, ich werde jedenfalls Deinen Blog weiter verfolgen.

