Kurzer Wochenendtrip gefällig? Wie wäre es mit einem Tagestrip nach London mit Übernachtung auf einem Schiff der Stena Line? Ich habe diese Route mal genauer unter die Lupe genommen.
Es ist Freitag und meine Reise nach London startet um 15 Uhr am Düsseldorfer Hauptbahnhof. Nach rund 40 Minuten steige ich in einen Stena Line Busshuttle und fahre ins 261 Kilometer entfernte Hoek van Holland bei Rotterdam. Um genau 19:45 Uhr ist endlich der erste Zwischenstopp in Sicht. Jetzt heißt es: Einchecken auf der „Stena Britannica“. Meine Zweibett- Außenkabine ist klein aber zweckmäßig, besitzt jedoch zu meiner großen Freude ein großes Bullauge. Leider ist es bereits zu dunkel und die Sicht nach draußen lässt sich nur erahnen.
Nach einem Abendessen im Metropolitan Restaurant mit gutem Service aber mäßigem Essen, beziehe ich mein wankendes Zimmer und richte mich für die kurze Nacht ein. Um halb Sechs nimmt meine Nachtruhe ein rauhes Ende- ein Weckruf für alle Passagiere dröhnt durch die Flure und kündigt das baldige Anlegen an. Ich fühle mich nach gefühlten zwei Stunden wie gerädert, denn wer wie ich den leichten Wellengang unter den Beinen nicht gewohnt ist, muss durchaus mit weniger Schlaf rechnen. Übermüdet erreiche ich den zweiten Zwischenstopp: Harwich. Nach einer weiteren Stunde Wartezeit kann ich dann endlich mit meinem Gepäck von Bord gehen. Da die Rückfahrt mit der „Stena Hollandica“ erfolgt, muss ich leider die Kabine komplett räumen.
Meine Kabine auf der Stena Line mit riesigem Bullauge.
Endlich Ankunft in London
So langsam kommen Zweifel bei mir auf, ob ich das Ziel London irgendwann erreiche. In Harwich steige ich in den Zug und verbringe dort weitere anderthalb Stunden auf dem Weg nach London. Gegen 9 Uhr ist es dann tatsächlich geschafft: Ich erreiche London! Schnell das Gepäck für rund zehn Pfund am Bahnhof Liverpool einschließen und die Erkundungstour kann beginnen! Ab jetzt habe ich genau zehn Stunden Zeit und begebe mich neugierig in das bunte Treiben.
Mit der „Day Travel Card“ in der Tasche habe ich mir folgendes Programm zusammen gestellt: Covent Garden, Leicester Square, Picadilly Circus. Weiter mit dem Bus durch Regent- und Oxford Street bis Bond Street. Kurzer Abstecher zum Disney- und M&M’s Store und dann nach Tower Hamlets. Natürlich darf ein Abstecher auf die Tower Bridge nicht fehlen, South Bank und Embankment kommt als Krönung noch hinzu. Zum Abschluss zieht es mich erneut zum Picadilly Circus- eine wunderschöne Kulisse erwartet mich dort in nächtlicher Dämmerung. Kurz verschnaufen, die Zeit im Blick haben und schnurstracks zurück zum Liverpool Street Bahnhof.
Zehn Stunden Non-Stop Sightseeing zehrt merklich an meinen Kraftreserven und ich „freu“ mich auf die lange Heimreise. Also das gleich Spiel von vorne: rein in den Zug, 1,5 Stunden Fahrt in Richtung Harwich. Check-In auf der „Stena Hollandica“ mit Ankunft am nächsten Morgen gegen viertel vor Acht in Hoek van Holland. Wie beim Marathon sprinte ich in den Shuttlebus, bewältige weitere Stunden im Bus und erreiche am frühen Nachmittag endlich Düsseldorf.
Abendstimmung über der Themse in London.
Mein Fazit der Reise
Leider konnte ich aufgrund der nächtlichen Fährenfahrt weder die Aussicht noch das Sonnendeck genießen. Natürlich besitzen die Stena Britannica und die Stena Hollandica Bars, Restaurants, einen Kinderspielbereich, Kino sowie ein kleines Spielkasino und einen Internetraum, doch nach meiner anstrengeden Reise konnte ich diese Bereiche des Schiffs leider nicht in Anspruch nehmen.
Alternativ gibt es bei Stena auch Tagesabfahrten, mit denen man das Ziel am späten Abend erreicht. Für einen Tagesbesuch in London sind diese Fahrten jedoch nicht geeignet.
Hinweis: Die Autorin wurde von Stena Line auf diese Reise eingeladen.


